Kulturamt Prenzlauer
Berg / Pankow
Galerie ZwiEt
Visionen in Farbe
Einzellausstellung
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"Als ich nun das erste Mal Bilder von Jana zu sehen bekam,
war ich überrascht und sofort interessiert. Das sehr junge Alter
der Künstlerin verblüffte mich vollends. Mich überzeugte
von Anfang an die durchgehaltene Dekorativtät und Rhythmik der
Komposition in ihrere fast waghalsig zu nennnenden Koloristik...
Wenn man sich einmal genauer die Spannungen zwischen den Farbfeldern,
die Balance der sich überschneidenden Kreiselbewegungen ansieht,
dann wird man die immense Arbeit bei der Formbewältigung erspüren
können.[...]Immer ist der Mensch zentrales Thema Janas Kompositionen,
wenn er auch oft als Göttin, Weltenlenker oder fabelhaftes Wesen
auftritt. Die Figuren beherrschen regelrecht den Bildraum der Gemälde;
sie hocken häufig im Schneidersitz oder scheinen zu tanzen,
haben aber in jedem Fall irgendetwas zu tun: sie unterhalten sich,
streiten oder übergeben sich irgendetwas - Ihre Hände
müssen dabei stets turbulent gestikulieren, sich umarmen oder
kämpfen. Treten die Figuren allein ins Bild, hantieren sie
mit Sonnen oder Herzen, halten blaue Kugeln hoch oder spielen mit
kleinen Eiswürfeln. Diese jedoch sind in Janas Bildwelt natürlich
keine Eisstückchen, sondern Geschichtssteine. Ebenso ist die
blaue Kugel mehr als das, nämlich Weltglück - und wenn
ich sehe, wie drei lachende Frauen mit einer Kette aus Herzen spielen,
so komme ich ganz schnell auf eigene Deutungen...
Es schlagen sich also in diesen Bildern philosophische Gedanken,
religiöse Methaphern und thematische Neigungen nieder, wie
man es durchaus auch an den Bildtiteln erkennen kann [...]"Das
Bild denkt sich selbst" - dieser Ausspruch wird wohl sehr
auf JANAs Schaffen zutreffen. Hat sie doch sogar
eine Arbeit gemalt mit dem Titel "Geburt eines Bildes".
Hier verschmelzen reine Malwut und Schaffensfreude mit dem Inhaltswollen
zu einem unauflöslichen Extrakt:
Jana setzt sich sichtlich mit den Meistern der Moderne auseinander.
Folgerichtig kann man dann auch Strukturen wie bei Keith Haring,
Picassohände und Chagallsche Köpfe erkennen, alles eingebettet
in die Koloristik Jawlenskis und des jungen Kandinski. Aber das
ist legitim und in dieser jungen Schaffensperiode erfrischend.
Ich bin sehr gespannt, wie sich diese Bildwelt weiterentwickelt..."
Eröffnungsrede: Michael Hegewald
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